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Morgen wird Berlin zerstört

Megaritual, Berlin
So, bevor die superminimale Restwahrscheinlichkeit doch eintreten und morgen tatsächlich mitten in Berlin eine Atombombe hochgehen sollte, widme auch ich mich hiermit der wohl zurzeit prickelndsten Verschwörungstheorie:
Am 26.6.2011 wird es beim Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen zu einem neuen 9/11 in Form eines Atombombenanschlags kommen.

Den Beginn nimmt vorliegendes Verschwörungsszenario offenbar mit einem Video, das die rückwirkend aufgestellte Theorie, wonach bei 9/11 die esoterische Logik eines sogenannten Mega-Rituals das Drehbuch geschrieben hätte und dies auch in diversen Hollywoodproduktionen im Vorfeld thematisiert worden wäre, auf ein zukünftiges Ereignis anwendet.



Dann beginnt ein spannendes Lehrstück selbstreferentieller Theorienbildung. So konstruiert in etwa ein sichtlich durch die infokriegerische Weltdeutung beeinflusster Anwalt ein detailliertes Anschlagsszenario, das in einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung an das Verwaltungsgericht Berlin gegen Andrea Merkel und den Berliner Innensenator Ehrhart Körting mündet. Daraufhin wird der Jurist von den Vertetern der Anschlagstheorie als zusätzliche Quelle zitiert, bis schließlich auch der KOPP-Verlag verlautbart, dass "sogar Juristen auf die Situation aufmerksam geworden" sind. Man muss allerdings dazu sagen, dass der erwähnte Anwalt und sein Konstrukt innerhalb der Truther und ähnlicher Bewegungen sehr wohl auch kritsch hinterfragt werden. Trotzdem ist die Katze aus dem Sack und das Netz voll mit selbstgebastelten Videos und Spekulationen.

Spannend wie immer, weil eine fesselnde Mischung aus fundiertem Wissen, Nichtsogutwissen und obskurer Spekulation, die Beiträge des Herrn Conrebbi.




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Ich wage ja zu sagen, dass morgen, außer dass vielleicht die eine oder andere Brust aus dem Trikot rutscht, rein gar nichts passieren wird. Jeder, der dies nach dem 26.6. liest, kann nun entweder über mein Ungläubigkeit lachen oder der Meinung sein, dass man so einen Blödsinn so oder so nicht glauben kann.
Aber: was, wenn die schurkische NWO-Elite wirklich solch einen Plan hatte und nur durch die mutige Aufdeckung und Berichterstattung im Netz davon abgehalten wurde? Werden wir dies jemals erfahren? Gespannt warte ich schon auf Videos von Whistleblowern, die uns genau das beweisen wollen ...

Bla, bla, bla.

Ö1
Wirklich lustig, was sich mein liebster Radiosender Österreich 1 dieser Tage zum Topos „Verschwörungstheorien“ einfallen lässt. In den fünfminütigen frühmorgendlichen „Gedanken für den Tag“ darf sich eine Woche lang ein Kultur- und Sozialanthropologe Gedanken, wenn man für die bislang oberflächlichen Abkupferungen pseudoaufgeklärter Geisteshaltungen diesen Terminus gebrauchen darf, zum Thema machen. Vielleicht bringen die nächsten Tage noch eine Überraschung, der Inhalt der bisjetzigen Abhandlungen lässt sich jedoch, der Titel dieses Blogeintrags verrät dies ohnehin schon, in banalen drei Worten zusammenfassen: Bla, bla, bla.

Zitat 1: „Psychologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft haben sich mit dem Phänomen auseinandergesetzt, haben Modelle für seinen Ursprung, seine Struktur und Funktion konstruiert und dekonstruiert. Der kleinste gemeinsame Nenner daraus ist recht banal. Und in seiner Banalität steckt das Faszinierende: Menschen suchen Antworten, und je einfacher sie ausfallen, desto besser.“ Ja, natürlich. Die allereinfachste Antwort jedoch, so fürchte ich, lautet: es gibt keine Verschwörungen. Zuvor fragt man sich noch - Zitat 2: „Ist dies ein Ausdruck des totalen Scheiterns der Aufklärung und der Offenbarung, oder steckt etwas ganz anderes dahinter?“, und übersieht, dass die Aufklärung in einem dialektischen Wechselspiel als „Vernunft über der Vernunft“ selbst (auch) zur Wahrerin irrationaler Herrschaftsansprüche geworden ist. Gänzlich schal wird es immer dann, wenn mit Berufungen auf eine aufgeklärte Ratio Gemeinplätze vermeintlich vernünftigen Denkens ohne Auseinandersetzung mit der jeweiligen Materie zu massreglerischen Verhaltensanweisungen führen. In diesem Fall jedoch zeigt der Postulierende mit der Benennung einfacher Antworten bloß auf sich selbst. Denn es ist ganz gegenteilig die Verschwörungstheorie, die auf möglicherweise komplexe Zusammenhänge hinter den offiziellen Darstellungen verweist. Früher nannte man so etwas kritischen Geist, heutzutage haben verwässerter Journalismus und Gefälligkeitswissenschaftler die Oberhand, und wer hinterfragt, ist Verschwörungstheoretiker, denn, Gott sei Dank, wir haben ja die Aufklärung, und die verbietet a priori die Annäherung an solch schmutziges Gedankengut. Zitat 3: „Das sind die Fragen, auf die Verschwörungstheorien die passenden Antworten geben, weder beleg- noch widerlegbar, klar und vereinfacht.“ In diesem Falle: genau umgekehrt.

Aber bevor es zu hart wird, einen Schritt zurück: ganz unrecht hat der Herr, da ich nicht auf persönliches Bashing aus bin, unterlasse ich die Namensnennung, mit seinen Überlegungen natürlich nicht. Es herrscht nur ein gewisses semantisches Missverständnis vor. Die übersimplifizierenden Verschwörungstheorien, von denen er spricht, gibt es tatsächlich, diese, nebst den ganz abstrusen, sind, und wer sich nur annähernd mit der Geschichte der Geheimdienste und gezielter Desinformation beschäftigt hat, weiß dies, genau der Grund, weswegen eine vernünftige Rekonstruktion verschwörerischen Handelns seitens der etablierten Medien heutzutage reflexartig als Verschwörungstheorie diffamiert wird. Und genau in diese begriffliche Falle, Verschwörungstheorie ist nicht gleich Verschwörungstheorie, tappt man hier, ob man dies nun absichtlich tut, sei dahingestellt.

Zitat 4:„Eine effiziente Verschwörungstheorie hat etwas von einer Religion. Sie ist durch ihre zweckorientierte Simplifizierung der komplizierten Fakten dogmatisch. Sie ist nicht hinterfragbar. Entweder man glaubt, oder nicht. Auch hier: die dialektische Frechheit der Geschichte lässt diese Eigenschaften mal auf der einen und dann wieder auf der gegenüberliegenden Seite aufblitzen. Und dann sind es mitunter schon die Verschwörer, Konstrukteure religiöser oder politischer Weltbilder, die nach außen hin zweckorientiert simplifizieren. Und wenn dann jemand hinterfragt, wir dieser, in einer Meisterleistung angewandter Projektion, als böser und simplifizierender Verschwörungstheoretiker dargestellt.

Aber genug des Polemisierens, andere zu kritisieren ist keine Kunst, und ich hätte es in jenem hochkulturellen Kontext wohl auch nicht besser zustande gebracht.

Dafür fordere ich aber hier und jetzt und vor allem für hier: ein lustvolles, kritisches, hinterfotziges und super- bis suprasexuelles Eintauchen in die bizarren bis wahren Welten der vereinten Paranoiker dieser Welt. Es muss da noch was anderes geben, da draußen, zwischen gemahnend-negierenden Linksvernunftslulatschen und verfolgungswahngeleiteten Rechtsauslegern. Hier wird zumindest danach gesucht, versprochen! Yes, mister McLuhan, the conspiracy is not only the message, but most notably the massage ...